CanaimaSalto Hacha - Canaima

Canaima bedeutet dreierlei. In der Sprache der dort ansässigen Kamarakoto-Indianer wird damit eine furchterregende Gottheit benannt, die den Inbegriff des Bösen darstellt. Die Geographen bezeichnen damit das Gebiet im äußersten Südosten Venezuelas, das im Juni 1962 zum Nationalpark erklärt worden ist. Der Reiseende schließlich versteht darunter im allgemeinen nur jenen Sektor des Parks, in dem sich der Auyán-Tepuy, der gewaltigste aller Tafelberge, der Salto Angel, der höchste Wasserfall des Globus, und die Avensa-Lodge, eines der schönstgelegenen Urwaldcamps Südamerikas befinden.

Entdeckt wurde das einmalige landschaftliche Ensemble am Oberlauf de Río Carrao von dem amerikanischen Piloten Charles Baughan. Der Urwaldfluß stürzt bei Canaima über sieben nebeneinander liegende Katarakte (Salto Hacha) etwa 20 m in die Tiefe und bildet eine große, ruhige Lagune, aus der das Wasser nach Nordwesten abfließt. Sie wird an der Westseite von einem schmalen Sandstrand gesäumt und eignet sich zum Baden; die dunkle Färbung des Wassers ist durch Gerbstoffe, der Schaum durch Mineralien bedingt. Hinter dem Salto Hacha lugen die Plateaus des Cerro Topoche hervor. Hinweis für Fotografen: Gute Sichtbedingungen bestehen nur frühmorgens. Bis Mittag ist meist starke Bewölkung aufgezogen. Einer der beliebtesten Ausflüge von Canaima aus führt zu den Salti El Sapo und El Sapito. Die beiden Wasserfälle liegen am Ostufer des Río Carrao; man erreicht sie nachÜberquerung der Lagune im Boot und einem kurzen Fußmarsch. Der besondere Reiz des Salto El Sapo liegt darin, daß man ihn auf einem gebahnten Pfad unterqueren kann und dabei von den donnernden Wassermassen wie von einem Schleier eingehüllt wird. Trockenen Fußes kommt dabei freilich keiner ans Ziel.Flußabwärts liegen die Salti Yurí, Yun-Lú und Babas. Der Salto Yurí kann in einer Halbtagestour erreicht werden. Man wird dazu mit dem Jeep nach Puerto Verde gebracht, besteigt dort ein Kanu, das die Strecke bis Puerto Yurí in 20 Minuten bewältigt, und hat dann noch einmal rund eine Viertelstunde zu laufen. Bei der Rückfahrt wird in einem Indígena-Dorf am Caño Zamuro Halt gemacht.

Die Exkursionen zu Zielen am Oberlauf des Río Carrao und über den Río Churún zum Fluß des Auyán-Tepuy nehmen ihren Ausgang vom Puerto Ucaima (oberhalb des Salto Hacha). Für den Bootstrip zum Mirador Laime, dem nur wenige hundert Meter vom Salto Angel entfernten Aussichtspunkt, sind drei Tage anzusetzen. Übernachtet wird dabei gewöhnlich im Camp auf der Isla de Orquidea. Der Salto Angel (Churún-Merú) stürzt aus der an der Ostseite des Auyán-Tepuy gelegenen Felsschlucht El Dragón herab. Seine freie Fallhöhe beträgt 937 m. Während das Wasser des Salto in der Trockenzeit zu einem Tröpfchennebel vergischtet, bevor es den Boden erreicht, bildet es in den regenreichen Monaten eine vielarmige Kaskade, die mit voller Wucht auf dem Talgrund aufprallt.

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