Kolumbus, Christoph (italienisch Cristoforo Colombo, spanisch Cristóbal Colón, 1451-1506), italienischer Seefahrer, der im Auftrag der spanischen Krone einen kürzeren Seeweg nach Asien erkunden sollte. Dabei landete er irrtümlich in der Karibik und entdeckte" damit Mittelamerika für die westliche Welt.

Die Geschichte der Perleninsel

In Paraguachoa (wie die Insel Margarita vor ihrer Entdeckung von den Ureinwohnern genannt wurde) hatten sich schon Jahrhunderte vor der Ankunft der ersten Europäer Eingeborene vom Stamme der Caribes und der Guaiqueríes niedergelassen. Macanao, Arimacoa, Charayma und andere Häuptlinge regierten oder hatten das Territorium der Insel regiert. Seine reichen Fischfanggebiete hatten sie dazu bewogen, sich zwischen den dominierenden Berghöhen und den Ufern eines Meeres niederzulassen, das an Nahrung und Schmuck einen verschwenderischen Reichtum aufwies, wie die Perlen, die sie aus dem Wasser bargen und stolz präsentierten.Sie konnten sich nicht vorstellen, was es für ihre Zukunft bedeutete, als an jenem denkwürdigen Tag ein seltsames Schiff langsam und stetig, mit prall gefüllten großen Segeln an Ihrer Ostküste vorbeisegelte, den Bug in Richtung offener See. Es war der 15. August 1498. Von diesem Schiff aus sichtete Christoph Kolumbus die Insel und trug dies in sein Logbuch ein. Margarete von Österreich (1480-1530), Statthalterin in den Niederlanden (1507-1515, 1518-1530). Margarete wurde am 10. Januar 1480 als Tochter Kaiser Maximilians I. und der Maria von Burgund in Brüssel geboren. Nach dem Tod ihres Bruders Philipp I., des Schönen, 1506 ernannte sie ihr Vater 1507 zur Statthalterin in den Niederlanden und beauftragte sie mit der Erziehung ihres Neffen, des späteren Kaisers Karl V. 1508 wirkte sie maßgeblich am Zustandekommen der Liga von Cambrai mit, einem breiten Bündnis unter Einschluss des Papstes und Frankreichs gegen Venedig, das in Oberitalien zu mächtig geworden war. 1529 handelte sie mit Luise von Savoyen, der Mutter Franz' I. von Frankreich, den Damenfrieden von Cambrai aus. Margarete starb am 1. Dezember 1530 in Mecheln.

Er nannte sie La Margarita, zu Ehren von Margarete von Österreich, Prinzessin von Kastilien, Schwiegertochter der Katholischen Könige. (Bestellen Sie hier die Biographie!).

Welch famose Übereinstimmung mit der altgriechischen Bedeutung des Wortes: Perle!

Der Entdecker hatte natürlich noch nichts ahnen können von den verborgenen Schätzen die diese Gewässer beherbergten. Auch die Eingeborenen des Guaiquerí-Stammes ahnten nichts von dem kommenden radikalen Wandel, der ihr Leben und die ganze Welt erfassen sollte, ein Wandel, symbolisiert durch dieses große Schiff, welches so harmlos auf der Heimreise von der dritten Expedition zu dem neu entdeckten Kontinent an Ihrer Insel vorbeizog. Es kam vom Festland selbst, einige Kilometer südöstlich der Insel, dort, wo drei Jahrhunderte später die Republik von Venezuela entstehen sollte.Im Jahre 1499 setzte Alfonso de Ojeda seinen Fuß auf die Insel und durchschritt sie, ohne Schwierigkeiten mit den Eingeborenen zu bekommen. Er begriff, daß der Admiral hier niemals an Land gegangen war. Cristóbal Guerra und Pedro Alonso Niño entdeckten für die spanische Krone und für sich selbst zuerst die großen Perlenvorkommen der Nachbarinsel Cubagua, später dann auch    diejenigen der Strände von Margarita, wo danach die Orte Puerto Fermín, Puerto Moreno und Porlamar entstanden. Es hatte somit ein Prozeß begonnen, in dessen Verlauf sich außergewöhnlich wichtige Momente in der Geschichte Margaritas mit dem Schicksal Venezuelas verknüpfen sollten. Es war an der Entwicklung Venezuelas ab dem Moment der Entdeckung beteiligt und spielte eine wichtige Rolle während der ganzen Phase der Eroberung und der Kolonisierung, bis es den Höhepunkt in der historischen Heldentat seiner Einwohner für die Unabhängigkeit erreichte; eine Heldentat, welche den heutigen Namen desBundesstaates begründete, den es zusammen mit den Inseln Cubagua und Coche bildet: Nueva Esparta (Neu-Sparta); zu Ehren des grenzenlosen und spartanischen Mutes seiner Bewohner.

Schon früh in der Geschichte Amerikas beteiligte sich das Paraguachoa der Eingeborenen am internationalen Geschehen. Die Perlen der Nachbarinsel Cubagua und seine eigenen Austernbänke zogen Abenteurer an, die, von La Española (Santo Domingo) kommend, die ersten Siedlungen gründeten. So entstand am Anfang des fünfzehnten Jahrhunderts auf Cubagua der Ort La Villa de la Nueva Cádiz, auf der gesetzlichen Basis der Verträge von Cristóbal Guerra mit der spanischen Krone ab 1503. Am Anfang gab es nur einige Lager von Perlensuchern, bis zu der bereits erwähnten Gründung von La Villa de la Nueva Cádiz etwa im Jahre 1528.

Es war dies die erste europäische Siedlung in Südamerika. Es verstärkte sich daraufhin der Handel mit den Indios und man begann, sie zu unterwerfen und als Sklaven zu halten. Fray Bartolomé de las Casas, der große Fürsprecher der Indios, beschrieb wie sie in den Austernbänken dezimiert wurden, unter dem Druck und der Habgier der Menschen, die illegalerweise dieses Land und die Inseln ausplünderten.

Das von Cubagua abhängige Margarita wurde ebenfalls bevölkert und litt unter demselben Schicksal der zügellosen Habgier, während De Las Casas und andere Mönche mit ganzem Einsatz für die Rechte und das Leben der Ureinwohner kämpften.

Die tapferen Indios vom Stamm der Guaiqueríes kämpften gegen die Spanier bis sie es schafften, diese im Jahre 1520 von Cubagua zu vertreiben, aber ab dem Jahre 1528 wurden die Lager wieder aufgebaut und befestigt und es entstand La Villa. Die Perlenvorkommen wurden aufgrund der Überausbeutung langsam aber sicher geringer und in demselben Maße wanderten die Kolonisatoren nach Coche und Margarita ab. Margarita wurde daraufhin das Zentrum für den Sklavenhandel, die man vom Festland auf die Antillen holte und umgekehrt. Im Jahr 1541 zerstörten ein Erdbeben und eine Flutwelle die Siedlung von Cubagua. Die Überlebenden verteilten sich auf Margarita und dem Festland in Richtung Cumaná.

Schon im Jahr 1525 existierten einige spanische Siedlungen auf der Insel. Die erste davon war Valle des San Juan, gegründet von Pedro de Alegría. Margarita wurde zum Sitz der ersten unabhängigen Provinzregierung Venezuelas, auf der Basis eines Vertrages zwischen Kaiser Karl V. und Marcelo de Villalobos. Dessen Familie regierte während der folgenden drei Generationen und steckte ihr ganzes Vermögen in die Niederlassungen der Kolonisten.

Zwischen 1528 und 1542 herrschten die Spanier über ganze Täler und gründeten Ortschaften, wobei Pater Villacorta ganz entscheidend beteiligt war.

Im Jahre 1529 wurde die Ortschaft Valle del Espíritu Santo gegründet, welche später zur ersten Hauptstadt werden sollte. Die Familie Villalobos gründete in einer tiefen Bucht den Puerto de Pampatar im Jahre 1530. Santa Ana wurde ebenfalls 1530 gegründet, als Villa del Norte, von Diego de Coronado, in einem idyllischen Tal auf halben Weg zwischen dem heutigen La Asunción und Juan Griego.

Im Jahre 1536 gründete Villacorta den Ort De la Mar, der heute Porlamar heißt.

Die herrschende Familie, zusammen mit den Verkündern des Evangeliums und den aus Spanien gekommenen Eroberern und Kolonisten, bemühte sich, in den fruchtbaren Gebieten der Insel die Voraussetzungen für den Ackerbau zu schaffen, besonders in den Tälern um die neu geschaffenen Siedlungen. Diese neuen landwirtschaftlichen Produkte, zusammen mit dem Fischfang, den natürlichen Früchten und dem Perlenreichtum, trugen wesentlich zu einem wichtigen Wirtschaftsaufschwung bei.

Ebenfalls von den ersten Anfängen an etablierte sich auf Margarita das erste Zentrum der Viehzüchter auf dem Kontinent. So erlebten die Täler von Santa Lucía, Santa Ana, San Juan, Espíritu Santo und die Gegend von Paraguachí, nahe bei dem Ort La Fuente, durch die Mühe von Leuten, die sich weit weg von der spanischen Heimat für die Kolonisierung der Neuen Welt einsetzten, eine große Blütezeit.

Währenddessen griffen Piraten aus aller Herren Länder die Insel an und verwüsteten weite Teile derselben. Sie wurden durch den Perlenreichtum rund um die Insel angezogen. Im Laufe des sechzehnten Jahrhunderts zählte man insgesamt vierzehn größere Angriffe auf die Einrichtungen der Spanischen Krone. Zur selben Zeit baute man sieben Festungen auf Margarita, die eine bessere Verteidigung der Insel erlaubten.

Im Jahre 1562 wurde die Regierung der spanischen Kolonie in das fruchtbare Tal von Santa Lucía verlegt. Dieser Platz war strategisch günstiger plaziert und bot bessere Verteidigungsmöglichkeiten gegen die Angriffe der Piraten und der aufständischen Indios. Außerdem herrschte dort ein angenehmeres Klima. Hier gründete man die Stadt La Asuncíon, welche im Jahre 1594, nach dem Tode des letzten Villalobos zur Hauptstadt von Margarita werden sollte. Die Staatsmacht ging dabei wieder direkt an die Spanische Krone zurück.

Damals waren schon verschiedene Siedlungen angelegt worden und es war eine koloniale Architektur entstanden, die in der Hauptsache von der katholischen Kirche von La Asunción, deren seitlicher Turm der älteste seiner Art inKirche von La Asunción Venezuela ist, außerdem von der Casa Capitular, dem Sitz der Kolonialregierung und von der Kirche Santa Ana, in dem Ort desselben Namens erbaut, repräsentiert wurde.

Im Laufe des sechzehnten Jahrhunderts war Margarita eines der Szenerien und strategischen Punkte der Eroberung de südamerikanischen Kontinents.

Hier begann auch die Vermischung der Rassen, das sogenannte Mestizentum. Dieses stellt die Grundlage dar für die venezolanische Bevölkerung. Spanier, Guaiqueríes und Caribes waren der Ursprung der Mestizen. Ausgerechnet einer der mutigen Abkömmlinge dieser Rassenmischung, Francisco Fajardo, Sohn der Häuptlingsfrau Isabel und eines spanischen Edelmannes, begann von Margarita aus die Eroberung der Täler im Herzen Venezuelas. Er war durch seine familiären Bande - sein Großvater war der Käsige Charayma - und durch das Beherrschen mehrerer Sprachen der Indios prädestiniert dazu.

Es gelang ihm, zwischen 1555 und 1560 drei Expeditionen zu organisieren, wobei er von seiner Mutter und von den befreundeten Kaziken des nördlichen Venezuela unterstützt wurde: Guaicamacuro und Naiguatá. Er erhielt von den Gouverneuren der Provinz die Erlaubnis, seinen Auftrag zu erfüllen und gründete dann den Ort La Villa de San Francisco, die erste spanische Niederlassung im Tal des Indio-Stammes Los Caracas, wo heute die Hauptstadt Venezuelas liegt.

In dieser Zeit war ein spanischer Abenteurer an der Küste der Insel gelandet, Lope de Aguirre, mit dem Beinamen "DerDer Pirat Lope de Aguirre Tyrann". Er kam über den Amazonas aus Peru. Ein Mann, der nur seine eigenen kriminellen Gesetze kannte und sich nicht um die Königliche Autorität kümmerte. Er kam nach Margarita, sein eigenes kleines Heer im Gefolge, da er von den Reichtümern der Insel gehört hatte, und legte, unter den beunruhigten Blicken der Inselbewohner, in der Bucht von Paraguachí an, dem heutigen Puerto Fermin oder El Tirano. Jedoch schaffte es Aguirre, ein Mann von unheilbringender Intelligenz und Schläue, die vertrauensvollen Siedler und selbst den Gouverneur zu täuschen, indem er so tat, als müsse er Lebensmittel und irgendwelche Materialien einkaufen, um nach Peru zurückkehren zu können. Auf diese Art und Weise konnte er den naiven Gouverneur stürzen, seine Truppen entwaffnen und alle zusammen ins Gefängnis werfen. Dort erwarteten sie grausame Foltern und schließlich der Tod.

Aguirre setzte daraufhin seine bekannte Praxis der Plünderungen fort, beraubte die Staatskasse, die vor Perlen und Gold strotzte, verwüstete die Insel und beging eine Unzahl weiterer Verbrechen und widerlicher Grausamkeiten gegen alle möglichen Leute und besonders gegen alle, die sich ihm in den Weg stellten. Unter diesen Menschen befanden sich viele Dominikanermönche, die durch ihre ehrenhafte Haltung, ihren Mut, ihre moralische Reinheit und ihre religiösen Tugenden hervorstachen.

Als Francisco Fajardo im Jahre 1561 auf die Insel zurückkehrte, von seinen Freunden benachrichtigt und begleitet von sechzig Indios, um den Tyrannen gefangenzunehmen, entwischte ihm dieser auf einer eilig in die Wege geleiteten Flucht.

Man brauchte einige Jahre, um die materiellen Schäden, die der Tyrann Aguirre in nur vierzig Tagen hinterließ, zu beheben. Der Tod von vielen unschuldigen Menschen war jedoch nicht mehr gutzumachen.


Castillo San Carlos de Borromeo
Margarita erlebte im Laufe des siebzehnten Jahrhunderts den Bau seiner berühmten Burgen: die Burg von Santa Rosa, die über La Asunción wacht, und die von San Carlos Borromeo, welche schützend über Pampatar steht, sowie die Festungen von La Caranta, Juan Griego, das Fort España und einige andere. Die Kraft des Meeres, der unzähmbare Charakter der Guaiquerí-Leute und die spanischen Edelmänner formten zusammen mit afrikanischen Einflüssen die Wesenszüge der Rasse der Margariteños. Es ist ein Volk, das die Evangelisierung und die aufgedrängte Kultur der Spanier assimilierte und gleichzeitig an seinen eigenen Werten festhielt. Sie machten sich die traditionelle Anbetung der Virgen del Valle (Jungfrau de Tales) zu eigen, ein Schnitzwerk, das von Spanien kam und für Peru bestimmt war und irrtümlich im siebzehnten Jahrhundert in Margarita blieb. Das Zentrum der Anbetung dieser Jungfrau war die Kirche des Valle del Espíritu Santo (Tal des hl. Geistes) und es waren die Guaiquerí-Indios selbst, welche diesem Glauben frönten, seit sie die Figur in der Höhle des Piache gefunden hatten. Dort hatte sie der Pater Villacorta zurückgelassen. Heutzutage ist sie der Fokus des tiefen religiösen Empfindens der Menschen von Margarita. Paraguachoa - ein Ort großer Fischschwärme und riesiger Perlenvorkommen, an dem sich rund um die kargen Hügel, die Lagunen mit ihren Mangrovenwäldern und Salinen, die grünen Täler und dichten Bergwälder, ausgedehnte und herrliche Strände und Buchten erstrecken. Kolonisiert und auf den Namen Margarita umbenannt ging es ins neunzehnte Jahrhundert, in welchem es bevölkerungsmäßig und wirtschaftlich weiterwuchs. Gleichzeitig fand es nach und nach Zugang zur venezolanischen Gemeinschaft, mittels der Real Cédula von 1739, welche eine teilweise Abhängigkeit der Insel von der Regierung der Provinz von Venezuela festschrieb, zusammen mit Maracaibo, Cumaná und Guayana. Im Jahre 1777 wurde sie dem Generalkapitanat von Venezuela unterstellt und war somit eine der sechs Provinzen.

Das spanische Kolonialsystem mußte in dieser Zeit seine ersten Niederlagen einstecken und der wachsenden Macht der Kreolen weichen. Der Traum von El Dorado begann zu verfliegen, da es nicht aufzufinden war. Und das, obwohl dem spanischen Königreich durch die Entdeckung Amerikas immense Reichtümer zugeflossen waren, an denen die Perlen von Margarita während der ersten Jahrhundert der Kolonie einen ausgesprochen hohen Anteil hatten; sie stellten bis zu einem Drittel der aus der Neuen Welt kommenden Einkünfte dar. Margarita schloß sich ohne zu zögern im Jahre 1810 der revolutionären Bewegung an. Ein erlauchter Sohn der Insel, Juan Bautista Arismendi, setzte sich entschieden dafür ein. Arismendi stürzte den spanischen Gouverneur und übernahm die Befehlsgewalt über das Eiland, unterstützt vom Freiheitsdrang der Margariteños.

Margarita wurde nach und nach zu einem der Zentren der Revolution im Osten und unterstützte tatkräftig im ganzen Land die kriegerischen Aktionen eines der Bahnbrecher der Revolution (Miranda) und später des Befreiers Simón Bolívar.Santiago Mariño

Santiago Mariño, geboren im Valle des Espíritu Santo, schloß sich der Befreiungsbewegung an und kommandierte ab 1810 die Aktionen in der Guayana.

Noch ahnten die Bewohner der Insel nicht, wie heroisch und tapfer man in naher Zukunft um sie kämpfen würde. Die Niederlage der Bewegung um Miranda im Jahre 1812 zwang die Margariteños dazu, ihre Waffen niederzulegen. Es begann nun ein langer Kreuzzug von Verfolgungen und Gefängnisaufenthalten, welcher die tapferen Neuspartaner jedoch nicht in die Knie zwang.

Simon BolívarAber bald gruppierten sich die Venezolaner aufs neue und gleichzeitig startete der Befreier Simón Bolívar im Jahre 1813 seinen Feldzug von den Anden aus in Richtung des Landesinneren. Mariño, Bermúdez und ihre Inseltruppen begannen den Befreiungskampf im Osten des heutigen Venezuela.

Arismendi übernahm 1813 die Regierung von Caracas. Am 15. April 1814 feierten Bolívar und Mariño in der Stadt La Victoria, in der nördlichen Zentralregion des Landes gelegen, ihren Sieg. Dort war in gewisser Weise auch Margarita zugegen, deren Kinder immer tapfer für die Befreiung von den spanischen Unterdrückern gekämpft hatten. Bald reagierten die Royalisten, sie beorderten Verstärkung von den Antillen und der Iberischen Halbinsel und es entbrannte ein gnadenloser Kampf, in dessen Verlauf viele ihr Leben lassen mußten und der auch die Bevölkerung von Margarita nicht verschonte wo einmal mehr Arismendi sich als sein einzigartiger Patriot erwies.

Gegen Ende des Jahres 1814 - die Niederlage der Revolution unter dem Ansturm der spanischen Krone zeichnete sich schon ab, nahm Margarita alle Flüchtlinge auf, die aus dem Zentrum von Venezuela vor den Grausamkeiten der Royalisten flüchten konnten und im Osten Schutz suchten.  In dieser Epoche erschien die Heldin Luisa Cáceres und vermählte sich mit dem General Juan Bautista Arismendi. Der große Kämpfergeist der Leute von Margarita konnte nicht verhindern, daß man sie verfolgte und einsperrte - so landete die junge Frau des Generals im Kerker einer Burg in Margarita.

Aus Spanien landete nun eine mächtige Truppe, unter der Befehlsgewalt von General Pablo Morillo, die geschickt wurde, um die Krone zurückzuerobern. Arismendi und seine tapferen Mitstreiter nahmen ein Amnestieangebot an, da ihre Lage aussichtslos geworden war. Als Pablo Morillo zum Festland und in Richtung Neu Granada weiterzog, entfachte sich neuerdings der Kampf in Margarita. Die spanische Gerichtsbarkeit versuchte den Willen der Inselbewohner durch Grausamkeiten und Erpressung mit Gefängnisstrafen und Morddrohungen gegen Luisa Cáceres de Arismendi zu brechen, welche auch noch ein Kind verlor, welches sie im Kerker der Burg Santa Rosa gebar. Ihr heroischer Gemahl versuchte vergebens, sie zu befreien. Die Heldin wurde danach nach La Guaira, nach Caracas und später nach Cádiz in Spanien verfrachtet.

Arismendi setzte seinen verbissenen Kampf fort und erreichte im Jahre 1816 mit dem Sturz der Festung von Pampatar die Befreiung der Insel.

Im selben Jahr kam neuerdings der Befreier Bolívar, diesmal aus Haiti und setzte den Kampf um die Freiheit Venezuelas fort. Es war die Insel Margarita, die ihn aufnahm und ihm jede Hilfe zukommen ließ, damit er den Unabhängigkeitskampf auf dem Kontinent fortsetzen könne und in ihren Wassern spielte sich die berühmte Schlacht zur See (Die Mönche) gegen die spanische Truppe ab.

Aber das spanische Königreich gab noch nicht auf und schickte 1817 nochmals Morillo, der wild entschlossen war, die begehrte Insel und den Rest des Festlands zurückzuerobern. Aber auch die Margariteños wichen nicht zurück und es entbrannten wilde Schlachten, in denen die venezolanischen Landsleute, ihrer unzureichenden Bewaffnung zum Trotz einigen wichtige Siege errangen. Einer dieser Erfolge war der Sieg vom Cerro de Matasiete am 31. Juli 1817, unter der Befehlsgewalt von General Francisco Estéban Gómez aus Santa Ana, der mit eintausenddreihundert tapferen Kriegern und der Hilfe der Menschen der anliegenden Gebiete in einer siebeneinhalb Stunden andauernden Schlacht an die dreitausend altgediente spanische Soldaten bezwang; eine Tat, die sogar unter den königstreuen Erstaunen und Bewunderung hervorrief, deren Kommandant der Krone in Spanien einen Bericht über "den Mut, die Unerschrockenheit und die Hartnäckigkeit der Aufständischen" zukommen ließ.

Der geschlagene spanische Feldherr Morillo zog daraufhin nach Norden und griff einige Tage später das Dorf Juan Griego an. Er opferte auf dem Schlachtfeld mehr als zweihundert tapfere Patrioten, bei der Laguna Salada heute Laguna de los Mártires, unweit von der Bucht La Galera. In Juan Griego starben die tapferen Kämpfer Cayetano de Silva und Francisco Adrián.

Die Entschlossenheit der Patrioten von Margarita, nicht vor dem Ansturm des spanischen Reiches zurückzuweichen und die Erfolge der Revolution auf dem Festland, besonders im Osten, in Guayana und in Apure, zwangen Morillo, sich von Margarita via Pampatar zurückzuziehen. Die ungebändigten Patrioten sahen dem endgültigen Abzug Morillos von den Stränden und Höhen Margaritas aus zu. Das war der Beginn der sehnsüchtig erwarteten Unabhängigkeit der Insel.

Im Jahre 1818 kehrte die aus den spanischen Kerkern über Philadelphia geflüchtete Luisa Cáceres de Arismendi zurück. Der Krieg auf dem Festland ging weiter und die Söhne der Insel eilten ihren Kompatrioten zu Hilfe. Arismendi und Mariño nahmen an allen wichtigen Schlachten teil. Ersterer der beiden sollte später Vizepräsident der Republik werden, zweiterer wurde Generalkommandant von Cumaná und später von Maturín. Der 24. Juli 1821 war der Tag der entscheidenden Schlacht von Carabobo, welche die Unabhängigkeit Venezuelas besiegelte. Auch Soldaten aus Margarita hatten einmal mehr daran teilgenommen, unter der Führung des Generals Santiago Mariño, welcher in dieser ruhmreichen Geschichte als Chef des Generalstabes des Befreiers Simón Bolívar auftrat.

Als diese epische Heldentat vollbracht war, kehrte in Margarita wieder die gewohnte Ruhe ein. Man widmete sich dem Fischfang und der Folklore, aber die Erinnerung an diese glorreiche Zeit blieb erhalten. In jener Zeit wurde die Legende von María Guevara geboren, einer unternehmungslustigen Frau aus Cumaná, die sich zwischen 1825 und 1830 in Punta de Piedras niedergelassen hatte. Sie trug viel zu der Entwicklung dieses Gebietes bei und widmete sich hauptsächlich der Suche nach Trinkwasser. Die Legende schrieb ihr schöne Brüste zu, die den beiden abgerundeten, den Isthmus dominierenden Hügeln von La Restinga scherzhaft ihren Namen gaben. Diese Höhen dienten den Fischern auf hoher See als Orientierungspunkt.

Die Perlenindustrie erlebte zu Ende des neunzehnten Jahrhunderts eine Wiederaufschwung, aber sie wurde nicht auf geordnete Weise betrieben. Von Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts an bis zum Jahre 1934 erzielte man in besagter Industrie gute Gewinne. Nach 1944 wurden die ersten Austern-Schutzgesetze erlassen und ab 1962 war die Perlensuche praktisch verboten, da die Bestände nach Jahren übertriebener Suche und aufgrund anderer natürlicher Vorgänge gefährlich zur Neige gingen.

Andererseits begann man Margarita im Laufe der ersten Jahrzehnte unseres Jahrhunderts als eine Erholungsstätte zu schätzen, dank der Schönheit seiner Strände, Buchten, Täler und Berge; auch wegen der Freundlichkeit und dem Charme seiner Bewohner und der Ruhe eines harmonischen und friedvollen Lebens.

In den fünf Jahren zwischen 1969 und 1974 wurde die Entwicklung durch die Schaffung einer Zollfreizone mit Zentrum in Porlamar gefördert, was die Attraktivität der Insel noch erhöht.

Von diesem Moment an erlebt Margarita einen großen Aufschwung im Bereich des Hotelwesens und des Baus von Feriendomizilen, des Handels und Tourismus. Und auch wenn einerseits ihre Ursprünglichkeit darunter sehr leidet, besonders in Porlamar und seinen angrenzenden Gegenden, versucht man doch andererseits die Traditionen und volkstümlichen Reichtümer, die Erinnerung an die glorreiche Vergangenheit und den besonderen Charme dieses Fischervolkes zu bewahren.

Diese Entwicklung im Bereich des touristischen Bauwesens und die Vermehrung der Geschäfte in der Zollfreizone haben außerdem einen großen Zuwachs an in- und ausländischen Besuchern bewirkt, wie auch an Arbeitern, die vom Festland kamen. Das erhöhte wiederum den Bedarf an Dienstleistungseinrichtungen und kurbelte die Entwicklung des Gesundheits- und Erziehungswesens, des Straßenbaus und der Trinkwasserversorgung an. Auch wurde sowohl von öffentlicher Seite, als auch von Bürgern und Organisationen die Restaurierung architektonischer Juwelen und die Aufrechterhaltung der kulturellen Werte der Inselbewohner betrieben, was eine Erhöhung der Arbeitsplätze in diesen Bereichen zur Folge hatte.

Wo die Natur sich in verschwenderischer Schönheit ergoß, von Macanao bis zum Cabo del Norte, über La Restinga und den Cerro Copey. Durch Täler und über Hänge. Umgeben von Stränden und Buchten. Von Gott reich beschenkt an Früchten des Meeres.

Wo Ruhm und Heldentum mit dem freundlichen Wesen der Menschen einhergehen. Besessen von tiefem religiösem Eifer, dem Schutz der Virgen del Valle unterstellt, sieht es sich zu gleicher Zeit einem hemmungslosen Materialismus gegenüber, ebenfalls ein Produkt seiner Entwicklung, der wie die alten Seeräuber versucht seine Küsten einzunehmen.

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