El ValleKlicken Sie jetzt, um das Bild zu vergrößern!

Auch das Städchen El Valle (8000 Einwohner) ist nur einige Kilometer von Porlamar entfernt. Die Hektik der Großstadt ist hier unbekannt.

Nur zur alljährlichen Wallfahrt zu Ehren der Virgen del Valle (Jungfrau des Tales) die als Patronin Margaritas verehrt wird, ist El Valle die meistbesuchte Stadt der Insel. Die Stadt wurde 1529 von Isabel Manrique de Villalobos, der ersten Statthalterin Margaritas gegründet und war bis 1594 die Hauptstadt der Insel, danach verlegte man den Regierungssitz nach La Asunción.

Die Stadt ist der Geburtsort des Freiheitskämpfers General Santiago Mariño (1788-1854) der die republikanischen Truppen im Osten Venezuelas zum Sieg führte. Seinen Namen trägt auch die schattige Plaza, an dessen Westseite sich die schieferdedeckte Wallfahrtskirche erhebt.

Mit dem Bau der weiß und gelb getünchten Kirche wurde im Februar 1894 bekonnen; es dauerte jedoch Jahrzehnte bis zur Fertigstellung. Als Grundriß wählte man das lateinische Kreuz, es wurden zwei schlanke Türme hinzugefügt und man entschied sich für eine neugotische Fassade. Chor und Gewölbe sind überreich mit Stuckrosetten dekoriert. Das Gnadenbild der Jungrau Maria befindet sich in einer verglasten Wandnische über dem Hauptaltar. Aus der Nähe kann es von der Sakristei aus betrachtet werden, nachdem man auf einer schmalen Treppe emporgestiegen ist. Die Jungfrau von El Valle

Der Legende nach ist dieses Standbild von Indianern in einer Höhle gefunden worden. Tatsächlich wurde es jedoch Anfang des 16. Jh. In Spanien gefertigt, zunächst in einer Kirche in Cubagua aufgestellt und nach dem schweren Seebeben von 1542 nach El Valle übersiedelt. Die reich verzierte Holzfigur wird seit etwa 1580 als wundertätig verehrt und hilft nach Überzeugung der Gläubigen, diverse Gebrechen zu heilen und Gefahren abzuwenden.

Als Dank für die Erhörung werden Perlen und Schmuckstücke, die die äußere Form des kurierten Körperteils nachahmen oder die erfüllte Bitte symbolisieren, gespendet. Besonders originelle Votivgaben, darunter die goldene Kakaoschote, die ein Gutsbesitzer für die Rettung der Ernte vor einer Heuschreckenplage gestiftet hat, sind in dem der Kirche angeschlossenen Museum ausgestellt.

Das Heiligtum der Virgen del Valle wird alljährlich in der zweiten Septemberwoche von Tausenden Margariteños und Festlandvenezolanern zur Feier der gleichnamigen Fiesta aufgesucht. Dann stellt man den Glasschrein mit dem Gnadenbild gut zugänglich im Kirchenschiff auf und führt ihn bei den Prozessionen mit.
Klicken Sie jetzt, um das Bild zu vergrößern!An der Nordostecke der Plaza führt die mit "La Sierra" (Wegweiser unter einem Kapokbaum) ausgeschilderte Strecke auf eine 7,5 km lange, wenig befahrene Straße an der Flanke des Cerro El Copey in zahlreichen Serpentinen mehrere hundert Meter in die Höhe. Diese Auffahrt eröffnet einen herrlichen Blick über Ost- Margarita.  Am Aussichtspunkt "Felix Gómez" sieht man auch das Festland. Vom Scheitelpunkt der Route führt eine Piste bis zum Gipfel des Berges, von wo aus man auch die Nordhäfte der Margaritas sowie die Inseln Cubagua und Coche sehen kann.

 

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