Juangriego Juangriego ist die größte Stadt (10.000
Einwohner) an der Westküste der östlichen Inselhälfte
und berühmt für den Sonnenuntergang über der
herrlichen weiten Bucht. Bemerkenswerte historische
Denkmäler fehlen. In der Geschichte des Ortes spielen
zwei Männer völlig unterschiedlichen Bekanntheitsgrades
eine Rolle. Der eine hieß Juan, war wahrscheinlich
Grieche (griego) und von einem Piratenschiff hier an Land
gesetzt worden. Nach ihm wurde die erstmals 1535 bezeugte
Ansiedlung benannt. Der andere ist Simón Bolívar. Er
ging hier, von Haiti kommend, am 28. Dezember 1816 mit
300 Mann an Land, sprach noch am gleichen Tag öffentlich
über seine politischen Absichten, konnte danach weitere
500 Streiter rekrutieren und setzte seinen Weg Richtung
Festland fort. Ein halbes Jahr später legten die Spanier
den Ort in Schutt und Asche.
Das städtische Leben spielt sich
überwiegend auf der Uferpromenade und der senkrecht dazu
verlaufenden Calle Colón ab. Hier spürt man noch etwas
vom Charme eines traditionellen
Fischerdorfes. Sonst bietet der Ort, der sich durch die
Errichtung von Neubauten weit ins Hinterland ausgedehnt
hat, keine nennenswerten Anziehungspunkte. Den schönsten
Blick auf die Bucht und die über den Bergen der
Halbinsel Macanao untergehende Sonne hat man von der
nördlich des Ortes gelegenen, auf einer Fahrstraße
erreichbaren Anhöhe, die die spärlichen Reste der
Befestigungsanlage, Fortín de la Galera,
trägt.
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