Die
am Isthmus Margaritas gelegene Laguna La Restinga
ist mit Abstand das bekannteste unter den fünf
Naturschutzgebieten der Insel. Der Besuch umfaßt in der
Regel eine Bootsfahrt durch das von Mangrovendschungel
überwucherte Binnenwasser und einen Aufenthalt am
benachbarten langgezogenen Strand, welcher der
längste der gesamten Karibik ist (23 km!).Die
Lagune (26 km2) ist ein weitverzweigtes Salzwasserbecken,
das im Süden durch einen 800 m langen Kanal mit dem Meer
(Bahia de Mangle) verbunden ist und im Norden durch die
23 km lange und bis zu 50 m breite Sandbank (restinga)
von der Bucht von La Guardia getrennt
wird.
Dies ist die einzige Verbindung
zwischen beiden Teilen der Insel und kann im Osten bei
starkem Sturm kurzzeitig überflutet werden. Der
Salzgehalt der Lagune ist wegen der abnorm starken
Verdunstung ungewöhnlich hoch. Dort haben sich durch den
wuchernden Mangrovendschungel zahlreiche Kanäle gebildet, von
denen einige tunnelartig von der Vegetation überwölbt
werden. Nahezu die Hälfte des Mangrovenwaldes wird vom
Manglebaum (Rhizophora) gebildet, dessen Wurzeln eine
doppelte Funktion erfüllen: Verankerung im Boden (mit
dem versenkten Anteil) und Atmung (mit dem die
Wasseroberfläche überragenden Anteil).
Von der reichen Vogelwelt
der Lagune - Pelikane, Flamingos, scharlachrote Ibisse -
bekommt man dann am meisten zu sehen, wenn der
Bootsführer für eine Weile den Motor abstellt und die
Lancha treiben läßt.
In einigen
Kanälen ist die Stimmung so verträumt, daß man ihnen
zu Recht romantische Namen (Tunnel de los Enamorados,
Canal Aparaíso del Amor) gegeben hat. Etwa in der Mitte
der Rundfahrt legt der Bootsmann im Sector Balneario an
und entläßt
die Gäste zu einem beliebig langen Aufenthalt an der Playa
La Restinga. Der dortige Sand ist nicht
mineralischen Ursprungs, sondern besteht aus feinst
zerriebenem Muschelkalk - eine wahre Wohltat für die
Füße. Kurz bevor die Tour endet, durchfährt das Schiff
die mit 1200 m längste Wasserstraße der Lagune, den
Caño Viejo.
Boca del Río
ist nicht nur der erste Ort auf der Halbinsel Macanao,
den man nach Überquerung der Straßenbrücke erreicht,
sondern auch ihr bei weitem wichtigster. Die rund 7000
Einwohner leben überwiegend vom Fischfang und
Schiffsbau. Unmittelbar am Meeresufer
erhebt sich diese kleine Kirche. Die Universidad
del Oriente unterhält hier ein Institut zur
Erforschung der Flora und Fauna des Meeres und
präsentiert die Resultate ihrer Arbeit im Museo de Marino.
Die
Küstenstraße auf der westlichen Halbinsel Margaritas
ist sowohl im Süden als auch im Norden voll ausgebaut
und asphaltiert. An der Südküste stößt man auf einige
teilweise erschlossene Strände (Playa Las
Barrancas, Playa Punta Arenas). Die im
äußersten Westen gelegenen Fischerdörfer Boca
del Pozo und Robledal machen
hingegen einen verschlafenen Eindruck. Im Norden fallen
die Berge steiler zum Meer ab als im Süden, sodaß die
Küste stärker gegliedert ist und mehrere prächtige
Buchten (La Pared, El Tunal) besitzt.
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